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Prof. Caroline Y. Robertson-von Trotha - Integrationspolitik und Öffentliche Wissenschaft

Prof. Caroline Y. Robertson-von Trotha - Integrationspolitik und Öffentliche Wissenschaft
Autor:

Prof. Caroline Y. Robertson-von Trotha

Geistes- und Sozialwissenschaften

Quelle:

KIT-Zentrum Mensch und Technik

Podiumsdiskussion Robertson-von Trotha NationEuropa (Foto: ZAK)

Integrationspolitik und Öffentliche Wissenschaft

Die Direktorin des ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale forscht unter anderem zu Multikulturalität und Integrationspolitik, zu Globalisierung und kulturellem Wandel sowie zu Theorie und Praxis der Öffentlichen Wissenschaft. (Foto: ZAK)

Integrationspolitik und Öffentliche Wissenschaft

Prof. Caroline Y. Robertson-von Trotha (Foto: ZAK)
Prof. Caroline Y. Robertson-von Trotha, ZAK

Ein Forschungsschwerpunkt der Soziologin und Kulturwissenschaftlerin liegt auf den Herausforderungen gesellschaftlicher Veränderungsprozesse. Dazu zählen die Auswirkungen der Internationalisierung auf die Berufswelt und die Wissenschaftsgemeinschaft, die zunehmend interdisziplinäre Kompetenzen und interkulturelle Kommunikation erfordern, und die Integration von Minderheiten.

„Identitäten, ganz gleich, ob individuell oder kollektiv, sind Konstrukte, die aus Symbolen, Leitgedanken, Narrativen und institutionalisierten Strukturen bestehen“, sagt die Wissenschaftlerin. Diese seien dem Einzelnen nicht immer bewusst und könnten je nach Kontext und Zeit eine größere oder geringere Bedeutung erlangen. Zudem sei es möglich, sich zum Beispiel mit einer Stadtgesellschaft oder Nation zu identifizieren ohne die entsprechende Staatsangehörigkeit und die damit verbundenen Rechte und Pflichten zu besitzen. „Der Staat muss gesellschaftlichen Gruppen Angebote der Zugehörigkeit machen, andernfalls besteht latent die Möglichkeit, dass andere Identitäten in den Vordergrund gestellt werden oder dass sich Parallelgesellschaften ausbilden“, so Robertson-von Trotha. Liberale Werte der Vielfalt und Toleranz ließen sich zum Beispiel Neuzuwanderern nicht theoretisch, sondern am besten in Form gelebter Teilhabe vermitteln.

Der Begriff Öffentliche Wissenschaft, den Robertson-von Trotha in den 1990er-Jahren nach dem angelsächsischen Vorbild der „public science“ entwickelt und am ZAK ausgebaut hat, steht für den Dialog zwischen Wissenschaft und Bürgerschaft. Das ZAK verfolgt Forschungsfragen und realisiert interdisziplinäre Projekte und Formate zu Themen aus Ingenieur-, Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Kunst. In internationalen Symposien des ZAK wie den jährlich stattfindenden Karlsruher Gesprächen werden aktuelle gesellschaftliche Themen zur Diskussion gestellt. Sie beziehen die Öffentlichkeit in die wissenschaftliche Lehre und Forschung ein, bringen einem breiten Publikum komplexe Forschungsthemen in verständlicher Form näher und eröffnen Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen neue Perspektiven jenseits ihrer Fachgrenzen. „Um fruchtbar zu sein, müssen diese Symposien aus meiner Sicht immer international und kontrovers sein“, betont die Soziologin. „Öffentliche Wissenschaft soll dazu beitragen, auf verständliche Art und Weise über wissenschaftliche Themen und Auswirkungen auf die Allgemeinheit zu diskutieren und die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger an den Ergebnissen der Wissenschaft zu ermöglichen“, so Robertson-von Trotha.

Sie gehört dem Kulturausschuss der Deutschen UNESCO-Kommission an, ist Vorsitzende des Wissenschaftlichen Initiativkreises Kultur und Außenpolitik (WIKA) am Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) sowie Mitglied im Forschungsbeirat des ifa und Koordinatorin des deutschen Netzwerks der Anna Lindh Stiftung, in der sich Organisationen aus 42 Staaten für den Dialog der Kulturen engagieren. Die Expertin ist darüber hinaus Gründungsmitglied der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft; der Verein fördert die Wissenschaft und Forschung der Kulturwissenschaft, die sich als relativ junges, gleichermaßen sozial- und geisteswissenschaftlich geprägtes Fach mit der historischen, der gegenwärtigen und künftigen gesellschaftlich-kulturellen Entwicklungen befasst.   

afr

 

Die Abteilung Presse stellt gerne den Kontakt zwischen Journalisten und Prof. Caroline Y. Robertson-von Trotha her.

 

Fotonachweis:
Foto Podiumsdikussion: ZAK
Foto Prof. Caroline Y. Robertson-von Trotha: ZAK