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Prof. Alex Waibel - Sprachtechnologie: Eine Welt ohne Sprachbarrieren

Prof. Alex Waibel - Sprachtechnologie: Eine Welt ohne Sprachbarrieren
Autor:

Prof. Alex Waibel 

Quelle:

KIT-Zentrum Information, Systeme, Technologien 

Digitale Gesellschaft, Kommunikation, Informatik

Vorlesungsübersetzer in Aktion

Sprachtechnologie

Die Internationalisierung stellt Universitäten auch vor sprachliche Herausforderungen: Sollen sie ihre Lehrveranstaltungen auf Englisch umstellen, oder müssen alle ausländischen Studierenden Deutsch lernen? Professor Alex Waibel hat eine alternative Lösung entwickelt: Den an einer Universität weltweit ersten automatischen simultanen Übersetzungsdienst.

Sprachtechnologie: Eine Welt ohne Sprachbarrieren

Portrait Prof. Alex Waibel
Prof. Alex Waibel, IAR

Die Internationalisierung stellt Universitäten auch vor sprachliche Herausforderungen: Sollen sie ihre Lehrveranstaltungen auf Englisch umstellen, oder müssen alle ausländischen Studierenden Deutsch lernen? Professor Alex Waibel hat eine alternative Lösung entwickelt: Den an einer Universität weltweit ersten automatischen simultanen Übersetzungsdienst. Der Vorlesungsübersetzer zeichnet automatisch den Vortrag des Referenten auf, verschriftet diese Sprachsignale und übersetzt sie in Echtzeit ins Englische. Studierenden können über Laptop, Smartphone oder Tablet der Vorlesung folgen. Zudem übersetzt die Technologie auch die Vorlesungsfolien und ermöglicht den Zugriff auf vergangene Veranstaltungen über Suchbegriffe in den verschrifteten Vorträgen. Von dem Service profitieren nicht nur ausländische, sondern auch hörgeschädigte Studierende.„Unsere Übersetzung ist nicht immer perfekt“, sagt Waibel, „aber sie ermöglicht es den Studierenden, der Vorlesung deutlich besser zu folgen“.

Waibels Programm arbeitet mit Statistik statt mit Sprachregeln. Die Software rechnet anhand von korrekten Übersetzungen aus, wie oft Worte und Wendungen in der einen Sprache, solchen im Parallelsatz der anderen Sprache entsprechen. Dabei ist die Software höchst effizient. Sie durchforstet das Internet und nutzt so eine nahezu unbegrenzte Zahl von Texten. „Schon nach wenigen Jahren waren wir mit lernenden Methoden besser als Systeme, die zwanzig Jahre lang mit Regeln gefüttert wurden“, sagt Waibel.

Der Dienst des Vorlesungsübersetzers ist das Ergebnis von zwei Jahrzehnten Forschung von Alex Waibel sowie seinen wissenschaftlichen und kommerziellen Partnern. Waibel ist Professor für Informatik am Karlsruher Institut für Technologie und an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh. Außerdem leitet er das International Center for Advanced Communication Technologies (interACT), einem Forschungsverbund von acht führenden Forschungseinrichtungen weltweit. Waibels Forschungsschwerpunkte sind Spracherkennung, Sprachverarbeitung, Sprachübersetzung sowie multimodale und perzeptive, also wahrnehmende, Systeme und neuronale Netze. So entwickelten er und sein Team bereits bereits Anfang der 1990er-Jahre „Janus“, das erste Amerikanisch-Europäische Sprachübersetzungssystem überhaupt, welches in vielen Projekten angewendet wird und als Lizenzausgabe verfügbar ist.

Waibels Technologien finden nicht nur Verwendung in Hörsälen, auch bei humanitären Missionen sind sie im Einsatz. „Internationale Ärzteteams verwenden unsere Übersetzungssysteme, um mit einheimischen Patienten zu kommunizieren“, sagt Waibel, „wir beginnen, die Sprachbarrieren zu überwinden.“

roe

 

 

Die Abteilung Presse stellt gerne den Kontakt zwischen Journalisten und Prof. Alex Waibel her.

 

Fotonachweis
Foto Hörsaal: KIT
Foto Prof. Alex Waibel: Sandra Göttisheim